25 Januar 2009

Biathlon - der alte Schwung ist hin

Nicht nur beim Bloggen war meine Begeisterung in den letzten Monaten eher im Keller, auch meine frühere Begeisterung für den Biathlon-Sport hat deutlich nachgelassen. Mit Schuld waren hieran sicherlich die vielen Dopingenthüllungen quer durch alle möglichen Sportarten, die unweigerlich zu der Frage führen: Geht es da wohl sauberer zu?

Sicherlich, es gibt das alte Argument, dass dopen beim Biathlon nichts bringt - schießen muss man halt immer noch selber - aber mittlerweile gibt es eben den Generalverdacht. Und, Hobbys ändern sich halt. Ob es nun daran liegt, dass in anderen Sportarten die Gewinner immer erst Jahre später - nach diversen Ergebnisrevisionen der Sportgerichtsbarkeit - feststehen, ein von einem Bekannten (Fussballfan) immer wieder bemängelter Overkill mit jährlichen Weltmeisterschaften oder gewisse interne Unstimmigkeiten des Sports und seiner Fairness (z.B. dass der Verfolgungswettkampf mit allen anderen Rennen gleich gewertet wird, obwohl bei ihm bekanntlich ungleiche Startbedingungen herrschen).

Sei dem, wie dem sei, momentan schaue ich meist noch zu, hab aber eigentlich keinen Bock mehr auf Herrenwettkämfe und bei den Damen hab ich auch schon einiges an Rennen verpasst. Ich hab nicht mal Lust, mir die neuen Regeln der Saison anzuschauen (wie lautet die momentane Start(gruppen)regel, die in den letzten Jahren immer wieder geändert wurde; wie sieht die erneuerte Punkteverteilung aus, nach der jetzt 40 statt bisher 30 Sportler Weltcuppunkte erhalten). Und auch die Anlaufschwierigkeiten, die die deutschen Damen (und meine persönliche Sympathieträgerin Sandrine Bailly) dieses Jahr hatten (bzw. das enorme Verletzungs- und Krankheitspech, dass die Athletinnen im Sommer getroffen hat), taten ihr übriges, um mich nicht ganz in Stimmung kommen zu lassen.

Kurzum, vermutlich werde ich diese Saison nicht weiter zu dem Thema bloggen. Just wanted to let you know.

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15 Februar 2008

Verschossen

Und wieder - wie immer ein bisschen verspätet - ein Beitrag zur Biathlin-WM im schwedischen Östersund.

Die Einzelrennen stehen voll und ganz im Zeichen von ein wenig Wind. Bis auf Silbermadaillengewinnerin Martina Glagow haben sich die deutschen Athletinnen und Athleten im Schnitt ganze vier Schießfehler zuviel erlaubt, um was in der Rennwertung reißen zu können. Schon eher traurig, aber was solls, so Rennen muss es ja auch mal geben, wo (fast) keiner durchkommt. Und den Disziplinweltcup im Einzel hat Glagow damit auch noch für sich klar gemacht. Glückwunsch!

Am gestrigen Abend gab es dann beim ZDF einen Chat mit Sabrina Buchholz, da hab ich zum ersten Mal mitgemacht und meine Chatjungfräulichkeit verloren. Nicht nur, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Chat mitgelesen habe, ich hab sogar eine Frage gestellt. Mit Hintergrund, dass in letzter Zeit doch recht viele Besucher meine Seite über die Suchbegriffe Buchhozl Hanavold (und alle möglichen damit zusammenhängenden Anfragen) erreichen, stellte ich also die Frage, ob sie denn ihre Privatsphäre - bei allem Rampenlicht des Profisports - von den Reportern gewahrt sähe. Ihre Antwort war allerdings ähnlich zurückhaltend wie auf Fragen wie "Kann man sich beim Schießen im Einzelrennen die Startbahn frei aussuchen?". Und: man, mir tun Persönlichkeiten, die an Chats teilnehmen richtig Leid. Da treiben sich ja doch verdammt viele geistige Nullnummern an den Tastaturen herum!

Wie vermutet erweist sich Kathrin Hitzer als die Verliererin der Mixed-Staffel. Da ihre Kolleginnen (und Konkurrentinnen um Startplätze) Sabrina Buchholz und Magdalene Neuner dort gute Leistungen ablieferten, wurden diese auch für die bisher noch 'freien' Startplätze in den verbleibenden zwei Wettbewerben nominiert. Buchholz darf im Massenstart am Samstag ran, Neuner in der Staffel am Sonntag. Bei ersterer wage ich mal die Voraussage, dass sie mit einem Schießfehler und einer Minute Rückstand auf die Siegerin etwa Platz 10 belegen wird, bei letzterer sind alle Voraussagen unnütz - entweder sie holt auf gegnerische Staffeln eine Minute raus, oder schießt zwei Strafrunden zusammen.

Immer noch keinen Spaß macht es, Simone Denkinger zu sein. Ihr einziger WM-Einsatz wurde vom Wind etwas verblasen, und schon war es das auch wieder für sie.

[Momentan in Winamp: Depeche Mode - Shake The Disease]

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13 Februar 2008

Damen Einzel wegen Sturm abgesagt, Zeit zum Aufholen für diesen Autor

Da das 15 km Damen-Einzelrennen heute wegen Sturm abgesagt werden musste, hab ich plötzlich zwei freie Stunden - und damit Gelegenheit, die bisher 'unbearbeiteten' Rennen abzuhandeln.

Die Verfolgungsrennen am Sonntag waren mal wieder ein deutlicher Beweis dafür, dass man mit einem guten Sprint nicht unbedingt zwei Rennen gewinnen, aber mit einem schlechten zwei Rennen verlieren kann (wenn diese Sprintrennen als Ausgangsbasis für einen Verfolger dienen). Insofern ist eine Doppelweltmeisterschaft, wie von Andrea Henkel kein Selbstläufer - aber mit Vorsprung in ein Rennen zu gehen, macht die Sache deutlich einfacher.
So kriegt man/frau bei einem guten Sprint zweifach Medaille/Siegprämie und Weltcuppunkte. Ändert natürlich nichts an der zweifachen blitzsauberen Leistung von Andrea Henkel, wird aber für den Deutschen ärgerlich, wenn man bedenkt dass Alexander Wolf - in reiner Rennleistung beim Verfolger - wohl den zweiten Platz hinter Ole Einar Björndalen belegt hätte. Ist halt ein technisches Problem, dem sich die Verantwortlichen der IBU mal annehmen sollten. Müßten.

Die Mixed-Staffel. Was soll man da noch sagen. Viel, vermutlich. Zum einen hatte ich ja schon erwähnt, dass der Stellenwert der Staffel doch eher gering ist: fast alle Trainer sind der Meinung, dass ihre besten Athleten sich eher auf die anderen Wettbewerbe konzentrieren sollen. Unglücklich vor allem, das diese Staffel einen Tag vor dem längsten Damenrennen angesetzt wurde. Wenn da noch ein Tag mehr Platz wäre, wäre es z.B. auch für die Franzosen interessant, da mit ihrer besten Mannschaft an den Start zu gehen, so wie es die Schweden gemacht haben.
Die Deutschen haben bei ihrer Mannschaftsaufstellung Glück im Unglück gehabt. Glück, das Michael Greis wegen zwei krankheitsbedingt ausgesetzter Rennen für die Staffel zur Verfügung stand. Glück, das es die Mannschaftstiefe und Magdalena Neuners bisher wacklige Leistungen beim Stehendschießen dafür sorgten, dass man sie nicht im Einzelrennen einsetzen wollte und sie so ebenfalls für die Mixed-Staffel zur Verfügung stand (und dort im Stehendschießen eine hinreichede Leistung brachte).
Beim Sport geht es ja nicht nur darum, zu gewinnen. Es geht vor allem darum, besser zu sein als die anderen. Und die Russen haben es uns heuer leicht gemacht. Eine kurzfristig eingesetzte Ersatzfrau, die nicht ganz mit ihren Kollegen mithalten konnte. Und eine Strafrunde von den sonst so soliden russischen Schützen. Im deutschen Kader ist Sabrina Buchholz nun mal nur 1b (was mehr über den deutschen Kader als die Befähigung von Buchholz aussagt), und so ganz in Tritt scheint mir Andi Birnbacher momentan nicht zu sein (allerdings - ich beobachte halt eher die Frauenrennen - bin ich mir über seine allgemeinen Laufleistungen im Vergleich nicht so ganz sicher).
Pech vor allem übrigens für die Schweden. Hätten die nur einen Nachlader weniger gebraucht, hätte es für einen Medaille gereicht. Und ACO hat sich zum Beispiel uncharakteristische vier Nachlader in zwei Schießeinlagen erlaubt. Und da sie ja auch schon etwas Extragewicht mit sich herum schleppt, dürfte sie auch in der Spur nicht ganz zu Höchstleistungen befähigt sein.

Großer Verliererin der Mixed-Staffel ist natürlich Kathrin Hitzer. Nach Neuners guter (Stehendschieß-)Leistung in der Verfolgung wurde diese für die Mixed-Staffel bevorzugt. Und da Neuner hier ihre Leistung brachte und ja auch ihren Rennaussetzer im Einzel hat, ist sie eine heiße Kandidatin für die Damen-Staffel. Das sind gleich zwei medaillenträchtige Startplätze, auf die auch Hitzer geschielt haben dürfte. Das Pech des großen Talents, im Schatten des Übertalents zu stehen. Aber auch die Zeit der 21jährigen Hitzer wird noch kommen.

Interessante Bemerkung am Rande: der andere ARD-Reporter nannte für Sabrina Buchholz einen anderen männlichen Lebenspartner als sein Kollege (der ja den Biathleten Halvard Hanevold nannte). Da wäre ich echt mal gespannt, was da hinter den Kulissen passiert ist …

[Momentan in Winamp: Bob Marley - No Woman No Cry]

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09 Februar 2008

Die Weltmeisterschaftssprints

Mit einer der Gründe, warum ich Damenbiathlon lieber mag ist, dass wenn eine deutsche Dame Null schießt, dann läuft sie auch um den Sieg mit. Und mit einem einzelnen Schießfehler haben einige immer noch Chancen. Hat die Damenmannschaft also quasi ihren Weltmeistertitel verteidigt (und sich damit für das kommende Jahr den Extra-Startplatz gesichert). Ansonsten haben die deutschen Mädels ja doch eher viele Schießfehler fabriziert, was gerade in Hinblick auf die morgige Verfolgung blöde ist.
Und Anna Carin Olofsson mit ihrem Babybauch (Ende vierter Monat!) sah ja auch ein bisschen witzig aus. Ich hätte auch gedacht, dass sie dann mit dem Baby den Sport an den Nagel hängt (und deswegen die Heimweltmeisterschaft noch 'unbedingt' mitnehmen wollte). Aber momentan heißt es, dass sie eigentlich eine Rückkehr versuchen möchte.
Ein besonderes Wort möchte ich auch noch zur Qualität der Moderation heute beim Damenrennen bei der ARD sagen: GROTTEN SCHLECHT! Was zu gut 75% der Tatsache geschuldet ist, dass man immer noch nur einen Rennkommentator ran lässt, dem dann vor lauter Kommentieren ein bisschen das Renngeschehen abhanden kommt. Andererseits: 25% des Quatsches haben immer noch sie zu verantworten, Herr Dingsbums (wenn ich mir den Namen doch endlich mal merken würde, würde ich zu jedem Weltcup über diesen Moderator lästern).

Bei den Herren lief es ja auch alles im üblichen Rahmen. Schade sicherlich, dass Greiss krankheitsbedingt passen musste, schade wegen der jeweiligen Fehlschüsse, die die meisten deutschen Athleten dann nur in der zweiten Reihe auftauchen ließen. Ist bei der Moderation noch jemanden aufgefallen, dass der Moderator* plötzlich ganz still wurde, nach dem er erwähnte, dass Sabrina Buchholz ja die Freundin des Norwegers Halvard Hanevold ist. Da bekam man doch den Eindruck, dass er das lieber nicht gesagt hätte, das schien doch eher vertraulich zu sein, wie es ja häufig (private) Dinge zu den Sportlern gibt, die Sportreporter zwar wissen, aber eben nicht an die Öffentlichkeit tragen sollen. Wobei sich der Reporter da ja auch selbst ins Fleisch schneidet, denn wenn einer zuviel plappert, erzählt ihm halt keiner mehr was.

*: Das unglaubliche ist ja, dass die ARD durchaus zwei Kommentatoren dabei hat. Die wechseln sich aber mit den Aufgaben Rennkommentar und Soundbites einfangen ab (wie ich heute erst bemerkt habe). Trotzdem lassen wir uns das noch mal auf der Zunge zergehen: die schleppen also diverse Kameraleute mit, einen Hauptmoderator (den Antwerpes), leisten sich zwei 'Experten' (die, bei aller Freundschaft und Ehrerbietung gegenüber den jeweiligen sportlichen Vorleistungen, als Journalisten einfach nicht gut rüberkommen, um nicht zu sagen 'nichts taugen'), haben auch noch zwei komentartorenbefähigte Männer dabei, aber anstatt dass sich die beiden auf den Hauptteil der Arbeit konzentrieren, wegen der man mit der Mannschaft angereist ist, ist einer immer noch zu Stimmeneinfang abgestellt (und ein zweiter Reporter steht ja immer am Schießplatz, um den jeweiligen Bundestrainer das Mikro unter die Nase halten zu können).

Das braucht noch ein Weilchen, bis das auf meiner Zunge zergangen ist …

[Momentan in Winamp: Reamonn - Supergirl]

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08 Februar 2008

Biathlonweltmeisterschaften in Östersund

Tja, nach einer (zumindest hier ...) ruhigen Saison gehen morgen also die Weltmeisterschaften in Schweden los. Im Gegensatz zu den vorherigen Titelkämpfen dürfen diesmal so ziemlich alle 14 Weltcup-Athleten auch zu den Weltmeisterschaften mitfahren. Bei den Weltmeisterschaften dürfen ja im Gegensatz zum Weltcup maximal vier Athleten pro Nation an den Start gehen (im Weltcup dürfen - weil wir in der Nationenwertung so gut sind - jeweils sieben Athleten ran). Heuer stellen wir aber so viele Weltmeister (in drei Wettbewerben Magdalena Neuner, in einem Andrea Henkel und in bei den Männern ein mal Michael Greis) bei den letzten Titelwettkämpfen stellten - und diese ein nicht auf die Nationen-Startplätze angerechnetes persönliches Startrecht - haben wir Deutschen statt 2 (Geschlechter) x 4 (Individualwettbewerbe) x 4 (Startplätze)=32 Startplätzen immerhin deren 37.

Sport.Ard.de stellt uns dann auch alle 14 Athleten mit den bisherigen wichtigsten Erfolgen im Bild vor.

Ich konzentrier mich ja eher auf die Damen. Da sieht es für Simone Denkinger und Sabrina Buchholz eher mau aus - mehr als einen Start werden sie vermutlich nicht bekommen. Kathrin Hitzer kommt morgen bereits im Sprint zum Einsatz, und hat damit die Chance auf einen Start in der Verfolgung. Die anderen vier Athletinnen - Kati Wilhelm, Martina Glagow, Andrea Henkel und Magdalena Neuner - sind (Gesundheit vorausgesetzt) wohl weitestgehend gesetzt, und Magdalena Neuner hat ja eh drei persönliche Startrechte.
Wie Sport.ARD.de weiter berichtet darf Simone Denkinger im Einzel ran (Neuner setzt aus), Sabrina Buchholz in der Mixed-Staffel (hüstel … da sieht man dann, welchen Stellenwert dieser Wettbewerb hat). Nicht so ganz klar ist mir momentan, wer den fünften Startplatz beim Massenstart kriegt (kriegen kann), weil da die Zugangsbeschränkungen auch merkwürdig sind (und auch für Sportreporter nicht leicht zu verstehen zu sein scheinen). Bei dem Wettkampf dürfen ja nur 30 Athleten starten, im Weltcup die jeweils 30 zum Austragungszeitpunkt führenden in der Weltcupwertung. Bei den internationalen Meisterschaften (Weltmeisterschaften, Olympische Spiel) kommen aber wohl bisherige Medaillengewinner zuerst, natürlich das persönliche Startrecht des verteidigenden Weltmeisters. Und dann wird wohl aus dem Weltcupgesamtstand aufgefüllt, aber immer schön die Starterbeschränkung pro Nation beachten. Buchholz dürfte da raus sein (leider kann man momentan wohl nicht auf den aktuellen Weltcupstand zurückgreifen ... ah, doch noch bei Sport.ARD.de gefunden, aber auch mehr so versteckt platziert (kein direkter Zugriff von den Biathlonspezialseiten); und siehe da: 11. Buchholz, 13. Denkinger, 16. Hitzer) ... also Buchholz wäre, sowohl was den momentanen Weltcupstand als auch den Stand im Massenstart-Disziplinweltcup angeht, die Frau der Wahl, ist ja auch interessant hätte ich nicht gedacht. Aber trotzdem glaube ich nicht so ganz, dass man sie ins Rennen schickt.

Also, Samstag geht es los - und dann gibt es hier vielleicht auch etwas mehr zum Thema.

--
P.S. ich liebe es, wenn ich mich beim Artikelschreiben im recherchieren verliere; habe jetzt einen halbe Stunde lang nach dem aktuellen Weltcupstand gesucht - meine Standardquelle hat mich im Stich gelassen - und über den Damen-Massenstart philosophiert.

[Momentan in Winamp: Tocotronic - Drüben Auf Dem Hügel]

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17 Januar 2008

Biathlon und Doping (Teil 1?)

Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt seine Frau betrügt. Schon gar nicht mit einem Schaf!

Bekanntlich bin ich bekennender Biathlon-(auf-der-Couch-guck)-Fan. Die ersten Nachrichten von eine Beteiligung deutscher Wintersportler und ins besondere Biathleten an einem möglichen Dopingskandal waren dementsprechend unerfreulich. Natürlich fängt man an, nach zu denken, wer denn da im Laufe seiner Karriere Leistungssprünge - gerade im Laufbereich - hatte. Und wie stimmig denn nun die jeweiligen Erklärungen dafür waren.

Sehr ärgerlich ist natürlich so ein Generalverdacht, weil sich niemand wirklich dagegen wehren kann. Im zweiten Moment ärgert man sich dann, dass Deutschland 'so einen guten' investigativen Journalismus hat. Hätte man nicht ausnahmsweise den potentiellen Dopingsündern anderer Nationen auf die Schliche kommen können? Aber andererseits gibt es da dann ja auch die Verdächtigungen des (organisatorisch kontrollierten) Verbands-Dopings. Die brauchen sich dann nicht auf 'windige Blutbanken' oder 'Gynäkologen' einzulassen. Deutsche Reporter werden nicht müde, solche Verdachtsmomente im gleichen Atemzug zu nennen und zu widerrufen, wenn denn ein Athlet mal ein Rennen auslässt.

24 Stunden nach den ersten Meldungen macht mich vor allem wütend, dass immer noch keine Namen genannt werden. So ergehen sich die betroffenen Trainer in ihre jeweils eigene Version von Kann mir nicht vorstellen, dass bei uns jemand …., in der sie mehr oder weniger Vertrauen in ihre Athleten zum Ausdruck bringen (und bei der sich der Leser - gerade in der Zusammenschau der Unschuldsbekundungen - schon denkt So so, 'der' würde die Hand ins Feuer legen für seine Athleten, aber 'jener' nicht … ob der schon mehr weiß?!

Im aktuellsten mir vorliegenden Bericht bei Sport.ARD.de lässt sich der ARD-Reporter-turned-Dopingexperte Hajo Seppelt nun vernehmen, es gehe wohl eher um 'zurückliegende Fälle' (was ja auch - entwarnungstechnisch - nichts heißt, weil solche Leistungssportler ja auch gerne mal 10 Jahre und mehr im Geschäft sind). Trotzdem deutet es momentan doch eher auf eine Panikmache hin, bei der letztendlich (für den aktuellen Sport) nur warme Luft übrig bleibt (wenn auch ziemlich übel riechende).

Hat der deutsche Sportler so etwas verdient?

[Momentan in Winamp: Pearl Jam - Do The Evolution ]

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29 November 2007

Regeländerung zur Biathlonsaison 2007/08

Hatten letztes Jahr in jedem Rennen noch die jeweils 30 besten Athleten im bisherigen Saisonverlauf das Vorrecht, sich eine Startgruppe frei auszusuchen, werden diese in dieser Saison in die dritte Startgruppe gepackt und haben allenfalls die Möglichkeit, in die vierte (und letzte) Startgruppe zu gehen.

Im Biathlon mit seinen bis zu 120 Rennteilnehmern wird in jeweils 4 Startgruppen á 30 Athleten gestartet. Meist gibt es im Reglement eine Regelung, wer in welche Startgruppe kommt, also in einen Block von 30 Startern. Die jeweiligen Startnummern und -plätze werden dann in den Gruppen frei ausgelost. Die Startgruppe kann von Wichtigkeit werden. Da Athleten mit einem Abstand von 30 Sekunden in die Rennen mit Startgruppen gehen (also den Sprint und das Einzel), summiert sich dass bei 30 Startern zu 15 Minuten und der Unterschied zwischen erster und letzter Gruppe macht dann schon 45 Minuten aus. Da können sich Wetterbedingungen (Schneefall, Wind) schon mal deutlich ändern. Am wichtigsten ist aber, dass die meisten Rennstrecken im Verlauf eines Rennens (also Dutzenden Startern) abbauen, das heißt zumeist, stumpfer werden und so später startende Athleten schlechtere Laufzeiten erreichen und mehr Kraft in ihr Rennen investieren müssen.

Als den besten 30 in der letzten Saison das Vorrecht eingeräumt wurde, sich die Startgruppen frei auszusuchen, wählten die meisten die erste Gruppe - zumal der milde Winter des letzten Jahres mit seinem Schneemangel den Abbau der jeweiligen Strecken deutlich begünstigte. Im Jahr zuvor wurden die Starter möglichst gleichmäßig nach Nationen über die Startgruppen verteilt (Deutschland mit seinen sieben Startplätzen hatte also etwa 2 Starter in jeder der vier Startgruppen). Gerade bei den besonders (auch in der Breite) leistungsstarken Nationen wie Deutschland konnte dies zu Teaminternen Verzerrungen führen.

Allerdings war das letztjährige Prozedere gerade für das Fernsehen unattraktiv: nach Starter 60 waren alle Siegaspiranten auf der Strecke, und die Zeit zwischen Zieleinlauf von Startnummer 60 und dem des letzen Athleten war besonders ereignisarm - zwar stand der Gewinner eigentlich schon fest, konnte aber aus Fairness-Gründen nicht verkündet werden, weil eben noch - hoffnungslos abgeschlagene - Athleten auf der Strecke waren.

So etwas wie das neue Reglement begünstigt wohl die (vielen) 'schwachen Nationen'. Daher lässt sich auch ihre Implementierung erklären: Deutschland hatte letztens 5 Athleten unter den besten 15 - hat aber in der IBU auch nur eine Stimme. Die Masse der 'schlechten' Nationen hat eben einfach das Stimmübergewicht. Dabei will ich nicht mal unterstellen, dass es den Verantwortlichen darum gegangen wäre, ihren Athleten am 'grünen Tisch' einen Wettbewerbsvorteil (eben auf einer top präparierten, frischen Strecke) zu verschaffen - sondern einfach nur darum, sie (und damit die Nation) auch öfters mal im Fernsehen bewundern zu können.

Die Fernsehübertragung fängt dadurch eher unspektakulär an, gewinnt aber zum Ende hin an Spannung. Leider verschlechtert das weiter die Qualität der Übertragung - doch dazu in einem anderen Artikel mehr.

[Momentan in Winamp: Guns And Roses - Dont Cry]

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12 November 2007

Kommentatoren Doppelspitze

Die deutschen Biathlonathleten bekommen langsam ein Problem: zu viele von ihnen sind nach einer erfolgreichen und prominenten Karriere im 'Ruhestand'. Da kann man nur von Glück sagen, dass dieser Sport von jemanden gesendet wird, der nicht so aufs Geld zu schauen braucht ...
Die ARD leistet sich in der nächsten Saison nämlich anstatt bisher einer ehemaligen Athletin (Magdalena Forsberg) als Expertenkommentator gleich zwei: einen für die Herren-Rennen (Ricco Groß) und eine für die Damenrennen (Uschi Disl). So verdoppelt man vermutlich mal locker diesen Kostenanteil. Da darf man gespannt sein, ob sie wieder an einem zweiten Kommentator für das eigentliche Renngeschehen sparen, weil Biathlon halt ein Sport ist, den nicht einer alleine kommentieren kann (dazu geschieht einfach zuviel zu schnell).

Das ZDF hat ja am Ende der letzten Saison auch einen Wachwechsel angekündigt und wird statt Petra Behle dieses Jahr mit Sven Fischer vor dem Mikrofon arbeiten - wie ich in dem verlinkten Wikipedia-Artikel gesehen habe, hat er seine Feuertaufe schon hinter sich gebracht.

Los geht die Weltcup-Saison übrigens dieses Jahr am 28.11. im finnischen Konthiolahti (und wenn ich zwischen den Zeilen lese, wird das ZDF diesen Weltcup übertragen). Weiter geht es dann mit den nächsten beiden Weltcups im Wochenrhythmus, bis dann eine (recht lange?) Weihnachtspause folgt.

P.S. Der nach der letzten Saison vom Leistungssport zurückgetretenen Katrin Apel zum Beispiel - ja auch nicht unerfolgreich - bleibt 'nur' der Rückzug ins 'Privatleben' und ihren erlernten Beruf als Erzieherin.

[Momentan in Winamp: Norah Jones - More Than This]

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